Montag, August 11, 2014 NEW ISSUE!!!! OUT NOW !!! # 12

 

Hier kommt der zwölfte Mann!

 Hab ich als Nicht-Fußballer (oops geoutet...) gerade gelernt: im Kicker-Jargon ist der 12. Mann „der Fan“, oder besser: die Fans als Gesamtheit! Also eine ziemlich starke Truppe. Aber für euch, die Haar-Fans, kommt die 12. Hairbible – auch eine echt starke Nummer: passend zur anstehenden WM im heißen Brasilien mit knackigen Fußballern, splashiger Poolstrecke (so in etwa stell ich mir die Freizeit der WM-Kicker vor) und Tipps zur Haarpflege in der Sommersonne.

 Aber vor der WM ist nach der WM, denn für uns kommt im Mai erst mal die Weltmeisterschaft im Preisfrisieren. Wünschenswert wäre natürlich für die Friseure wenigstens ein Bruchteil der Aufmerksamkeit, die den Kickern zuteil wird. Aber daran arbeiten wir ja, ihr in den Salons und wir mit unserer stylischen Trendsetterin, der HAIRBIBLE.

Vielleicht müsste man auch das Thema „Preisfrisieren“ generell überdenken. Sind die dort gezeigten Frisuren überhaupt noch zeitgemäß? Wenn ich mir die Fotos von meinem Großvater ansehe, der 1934 in Wien den 2. Platz gemacht hat, kann ich sehr gut nachvollziehen, wie modern, ja geradezu avantgardistisch die von ihm gezeigte „Abendfrisur“ damals war. Dagegen wirken die Frisuren von 2014, na ja, irgendwie als gehörten sie in eine ferne Vergangenheit. Das Preisfrisieren sollte ja eigentlich der markenunabhängige „Oscar“ der Branche sein, aber man sieht auch, dass alle möglichen „Awards“ viel mehr Friseure ansprechen. Vielleicht wacht man ja auf, wenn nur noch ein Teilnehmer auf der Preisfrisier-Bühne steht.

 Für reichlich Gesprächsstoff bei den Passanten sorgten wir mit dem Fotografen Lukas Gansterer, der in der Berliner U-Bahn zum „Gangsterer“ wurde, und unserem supercoolen Hip Hopper-Quartett.

 Berlin reloaded: bei Daniel Roché. Dort sollte unsere Haarfarbenstrecke entstehen…Tja, wie das Leben so spielt, kam uns die Coloristin abhanden und wir standen mit ungefärbten Perücken in Berlin. (An der Stelle ein großes Dankeschön an Bergmann für die Perücken!) Was nun?

Aber wir sind ja aus der Kreativ-Branche und haben unser Handwerk gelernt! So standen wir bis vier in der Früh im Motel One im vier qm-Bad und färbelten wie die, richtig: Weltmeister. Wir haben die nüchterne Nasszelle extrem aufgewertet mit unserem abstrakten Kunstwerk. Zum Glück ließ sich ein Großteil des poppigen Farbspiels an Wänden und Wanne wieder entfernen und die Perücken waren ready to shoot.

 In Hamburg trafen wir Martin Bauendahl, einen Meister der Beautyszene. Meine Vision von dem geplanten Shooting war wie so oft eine echte Herausforderung: eine Strecke mit zwei Models, die an ein Kaleidoskop erinnern sollte, aber ohne diesen Charakter nachher am Computer entstehen zu lassen. Glücklicherweise haben die zwei Tänzerinnen im Studio meine Anweisungen für die gewagten Körperverrenkungen sofort verstanden und mit Bravour umgesetzt. (Vormachen konnt’ ich’s nicht :-)

 Und dann noch das wunderbare Gespräch mit Trevor Sorbie, sehr offen, sehr ehrlich, sehr selbstbewusst, ich war tief beeindruckt!

Aber jetzt weiterblättern und staunen, schauen, lesen! Enjoy the summer heat, don’t forget your hat and see you in september!

 

Euer Oliver